{"id":1052,"date":"2021-07-30T08:16:00","date_gmt":"2021-07-30T06:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.lexsys.de\/?p=1052"},"modified":"2024-09-23T10:28:21","modified_gmt":"2024-09-23T08:28:21","slug":"politisch-korrekte-sprachen-der-gute-ton-beim-uebersetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lexsys.de\/de\/politisch-korrekte-sprachen-der-gute-ton-beim-uebersetzen\/","title":{"rendered":"Politisch korrekte Sprachen: Der gute Ton beim \u00dcbersetzen"},"content":{"rendered":"\n<p>Sprache geh\u00f6rt zu den m\u00e4chtigsten Werkzeugen der Menschen. Sie kann verbinden oder abgrenzen, heilen oder verletzen. In Deutschland dominiert derzeit die Debatte um eine diskriminierungssensible Ausdrucksweise den Diskurs. Doch nicht nur bei uns steht der Sprachgebrauch auf dem Pr\u00fcfstand. Im englischsprachigen Raum geht der Trend seit mehreren Jahren hin zu einer m\u00f6glichst inklusiven und politisch korrekten Sprache \u2013 eine Entwicklung, die durch die \u201e<em>Black Lives Matter\u201c-<\/em>Bewegung verst\u00e4rkt Fahrt aufgenommen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen, die internationale Business-Beziehungen pflegen, d\u00fcrfen derartige gesellschaftliche und sprachliche Ver\u00e4nderungen nicht ignorieren. Denn die richtige Wortwahl kann den Unterschied zwischen erfolgreichen und gescheiterten Verhandlungen, Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcssen, Marketing-Kampagnen und Kundenbeziehungen ausmachen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist politisch korrekte Sprache?<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201cPolitical correctness\u201d (politische Korrektheit), kurz PC, hat ihre Wurzeln in einer US-amerikanischen Studentenbewegung der 80er Jahre, die Rassismus, Kolonialismus und Sexismus in Forschung, Lehre und Sprache anprangerte.<\/p>\n\n\n\n<p>Von dort sickerte die Debatte in die breite \u00d6ffentlichkeit und m\u00fcndete schlie\u00dflich in der Forderung nach einer \u201csensibleren\u201d Ausdrucksweise im sprachlichen Alltag, die auf diskriminierende oder beleidigende W\u00f6rter und Sprachbilder verzichtet und auch Minderheiten mit einbezieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die hieraus entstandene antirassistische, diskriminierungsfreie und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.frauenbeauftragte.uni-muenchen.de\/genderkompetenz\/sprache1\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">gendergerechte<\/a>&nbsp;Sprache wird auch als&nbsp;<a href=\"https:\/\/b-u-b.de\/inklusive-sprache\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>inklusive Sprache<\/em><\/a>&nbsp;bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Inklusive Sprache l\u00f6st rassistisch belastete Begriffe ab &nbsp;&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Immer mehr Unternehmen achten auf eine politisch korrekte, diskriminierungsfreie Sprache \u2013 sowohl bei der externen als auch bei der internen Kommunikation.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders im Bereich der Informatik und Technischen Dokumentation besteht hier Verbesserungsbedarf: Wertende Begriffe mit rassistischen Untert\u00f6nen wie \u201ewhitelist\u201c und \u201eblacklist\u201c sowie Verbindungen mit den W\u00f6rtern \u201emaster\u201c (master language) und \u201eslave\u201c (slave report) geh\u00f6ren hier zum Standardvokabular.<\/p>\n\n\n\n<p>Das soll sich \u00e4ndern, sagen f\u00fchrende Softwarekonzerne wie Microsoft und SAP.&nbsp;<a href=\"https:\/\/news.microsoft.com\/de-de\/features\/inklusive-sprache-bei-microsoft-wie-wir-vielfalt-durch-kommunikation-leben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Microsoft hat erkl\u00e4rt<\/a>, bei der Kommunikation nach innen wie nach au\u00dfen auf eine diskriminierungssensible Sprache zu setzen. Hierf\u00fcr wurde eigens eine Arbeitsgruppe \u201eInklusive Sprache\u201c gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Firma SAP hat beschlossen, Begriffe mit rassistischen Assoziationen durch eine&nbsp;<a href=\"https:\/\/help.sap.com\/doc\/b0322267728e48a28b0c8ee7dd1ab4c7\/1.0\/en-US\/Inclusive%20Language%20Guidelines.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">vorurteilsfreie Terminologie<\/a>&nbsp;zu ersetzen. So soll das Wort \u201eMaster\u201c je nach Kontext durch das Wort \u201eLeit-\u201c oder \u201eQuelle\u201c abgel\u00f6st werden. Statt als \u201eSlave\u201c werden untergeordnete Entit\u00e4ten als \u201eFolge-\u201c oder \u201eReplikat\u201c gekennzeichnet. Die \u201eBlacklist\u201c wird zur \u201eSperrliste\u201c, \u201eAusschlussliste\u201c oder \u201eVermeidungsliste\u201c, und die Whitelist zur \u201eErlaubtliste\u201c, \u201eEinschlussliste\u201c oder \u201ePr\u00e4ferenzliste\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Rassistische Nebenbedeutungen treten auch in anderen Bereichen auf. In den USA gehen Immobilienmakler und Architekturfirmen neuerdings dazu \u00fcber, den \u201emaster bedroom\u201c (Elternschlafzimmer) in \u201eprimary bedroom\u201c umzubenennen. Selbst der moderne Titel \u201eScrum Master\u201c im agilen Projektmanagement wird inzwischen mit einem kritischen Auge betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sensibilisierung gegen\u00fcber diskriminierender Sprache<\/h2>\n\n\n\n<p>Inklusive Sprache reflektiert eine Sensibilisierung der Gesellschaft gegen\u00fcber bestimmten Themen, von Rassismus \u00fcber&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ableism\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ableismus<\/a>&nbsp;bis hin zur&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/gender-debatte-es-geht-darum-privilegien-anders-zu-denken.807.de.html?dram:article_id=455976\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gender-Debatte<\/a>. Sprache ist dann diskriminierungsfrei, wenn sie Stereotype vermeidet und alle Menschen gleicherma\u00dfen anspricht, unabh\u00e4ngig von<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Geschlecht<\/li>\n\n\n\n<li>Sexueller Orientierung<\/li>\n\n\n\n<li>Ethnischer, nationaler oder religi\u00f6ser Zugeh\u00f6rigkeit<\/li>\n\n\n\n<li>Sozialer Stellung<\/li>\n\n\n\n<li>Alter oder<\/li>\n\n\n\n<li>Behinderungen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Viele g\u00e4ngige Phrasen k\u00f6nnen verletzend auf bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen wirken, ohne dass dies dem Sprecher bewusst ist. Nicht-Muttersprachlern fehlt oft das kulturelle Hintergrundwissen, um derartige Nuancen wahrzunehmen. Denn nicht immer ist diskriminierende Sprache offensichtlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Beispielsweise wird in US-Nachrichten h\u00e4ufig von einer \u201ecrippled economy\u201c&nbsp;<em>(lahmgelegte Wirtschaft<\/em>) gesprochen. Das Wort \u201ecrippled\u201c kann jedoch von Menschen mit Behinderungen als abwertend aufgefasst werden und sollte daher lieber nicht in einem derart \u00fcbertragenen Sinn verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso verh\u00e4lt es sich mit W\u00f6rtern wie \u201eaddict\u201c (<em>S\u00fcchtige\/r<\/em>) oder \u201eOCD\u201c (kurz f\u00fcr \u201eObsessive Compulsive Disorder\u201c, zu Deutsch&nbsp;<em>Zwangsneurose<\/em>), die von vielen salopp f\u00fcr \u00fcbertriebene Gewohnheiten gebraucht werden und so ernsthafte Erkrankungen trivialisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00f6rter mit Gewalt-Konnotationen wie \u201eabort\u201c, \u201eexecute\u201c, \u201eterminate\u201c oder \u201ekill\u201c k\u00f6nnen ebenfalls negative Assoziationen hervorrufen und sollten nach M\u00f6glichkeit durch andere, weniger emotional belastete Begriffe ersetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Achten Sie auf diskriminierungsfreie Sprache bei \u00dcbersetzungen ins Englische<\/h2>\n\n\n\n<p>Gerade bei der internationalen Kommunikation ist es wichtig, auf die richtige Wortwahl f\u00fcr das jeweilige Zielpublikum zu achten, um nicht unbewusst verletzend oder respektlos zu wirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt einige Leitlinien, an die Sie sich halten k\u00f6nnen, um mit Ihren englischsprachigen Texten nicht unbewusst ins Fettn\u00e4pfchen zu treten. So gibt es Ausdr\u00fccke, die Sie im Rahmen der politisch korrekten Sprache grunds\u00e4tzlich vermeiden sollten. Hierzu geh\u00f6ren:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Eindeutig m\u00e4nnliche Begriffe, Pronomen oder Titel: \u201eChairperson\u201c statt \u201eChairman\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Personifizierungen: \u201ca person with a disability\u201d statt \u201ca disabled person\u201d<\/li>\n\n\n\n<li>Andeutungen gegen\u00fcber sexueller Orientierung: \u201epartner\u201c statt \u201eboyfriend\u201c oder \u201egirlfriend\u201c<\/li>\n\n\n\n<li>Verallgemeinerungen in Bezug auf ethnische Herkunft: \u201eJapanese\u201c, \u201eChinese\u201c etc. statt \u201eAsian\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Verzichten Sie dar\u00fcber hinaus auf Eigenschaftszuweisungen, die bestimmte Personengruppen in einen Topf werfen oder als abwertend angesehen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mit Fachspezialisten gehen Sie auf Nummer sicher<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Politisch korrekte Kommunikation erfordert ein Feingef\u00fchl f\u00fcr die jeweilige Sprache. Die Sicherstellung inklusiver Sprache in der Kommunikation ist ein laufender Prozess, bei dem st\u00e4ndig neue Anpassungen n\u00f6tig sein k\u00f6nnen. Daher ist es wichtig, Experten einzubeziehen, die sich mit der historischen und modernen Entwicklung einer Sprache auskennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Lexsys arbeitet mit Muttersprachlern, die Ihre interne und externe Unternehmenskommunikation, Technische Dokumentation und anderen Texte ins Englische \u00fcbersetzen, lektorieren oder direkt auf Englisch verfassen, ohne Teile Ihrer Zielgruppen vor den Kopf zu sto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/staging.lexsys.de\/kontakt\/\" data-type=\"page\" data-id=\"19\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kontaktieren Sie uns<\/a>, wenn Ihnen eine politisch korrekte, inklusive Sprache bei Ihren englischsprachigen Inhalten wichtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Unternehmen legen Wert auf eine politisch korrekte, inklusive Sprache. Wir erkl\u00e4ren, worauf Sie bei Ihrer internationalen Kommunikation achten m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1053,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-1052","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-translation"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1052","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1052"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1052\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1054,"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1052\/revisions\/1054"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1053"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1052"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1052"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/lexsys.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1052"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}